Nach oben
Kontaktportal
Der ideale Standort fürs Insektenhotel

Lage, Lage, Lage – was für den Wert einer echten Immobilie gilt, hat auch für das Insektenhotel eine große Bedeutung. Denn steht die Nist- und Überwinterungshilfe falsch, lockt es keinerlei Nützlinge an. Lesen Sie heute im zweiten unserer Insektenhotel-Serie, auf was Sie bei der Standortwahl achten müssen.

Grundsätzlich können Sie Ihr Insektenhotel auf einem Balkon, einer Terrasse oder frei in Ihrem Garten aufstellen oder aufhängen. Sie sollten allerdings ein paar Aspekte beachten, damit Sie den idealen Standort wählen und als Insektenhotelier auch ein guter Gastgeber sind.

1. Optimaler Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit

Ein Insektenhotel, das beständig Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, wird daher nicht gut angenommen werden. Einer der wichtigsten Faktoren für die Standortwahl eines Insektenhotels ist der Schutz vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit. Wählen Sie daher immer einen Standort im Süden, niemals jedoch Richtung Wetterseite, die in unseren Gefilden nach Nord-West zeigt. Achten Sie daher gerade bei Balkonen darauf, dass immer genügend Sonne auf den Balkon und das Insektenhotel scheint.

Optimal ist ein Standort auf dem (nahezu) ganztägig die Sonne steht. Das hat gleich zwei Vorteile:

  • Wenn das Insektenhotel doch mal nass werden sollte, trocknet das Hotel und die Füllung schnell wieder ab. Das Material verwittert somit auch nicht so leicht und die Insekten haben schnell ihren gewohnten Komfort wieder zurück.
  • Insekten werden bei Sonne und Wärme aktiver und die Larven brauchen im Frühling beides, um überhaupt schlüpfen zu können.


Neben Komforteinbußen für die Bewohner hätte ein falscher Standort, z.B. in Richtung Wetterseite auch zur Folge, dass das Hotel beständig Regen von dieser Richtung ausgesetzt und somit immer feucht wäre. Dies lässt natürliche Füllmaterialien wie Stroh, Holzwolle oder auch Tannenzapfen sehr schnell schimmeln, was den Bewohnern großen Schaden zufügt. Aber auch die Eier von Wildbienen oder Insektenlarven können bei Staunässe und beständiger Feuchtigkeit schimmeln. Und damit wäre das Hotel als Nistmöglichkeit keine Option mehr.

Zum Schutz vor Witterungseinflüssen haben die meisten Hotels ausgeprägte Dachkonstruktionen und Rückwände um Durchzug und Feuchtigkeit zurück zuhalten, aber generell sollte bereits bei der Standortwahl auch auf den Schutz vor Kälte und Regen geachtet werden. Um zusätzlich zu verhindern, dass Wasser in Niströhren stehen bleibt, kann man das Insektenhotel leicht nach vorne gekippt aufstellen. So kann Wasser ständig ablaufen.

2. Genügend hoher Platz

Der ideale Standort eines Insektenhotels muss nicht zwingend weit weg vom Menschen sein. Grundsätzlich spricht nichts dagegen das Hotel in der Nähe der Terrasse, Ihrer Lieblingssitzecke im Garten oder in der Nähe der Tür zu platzieren. Sind Sie allerdings allergisch gegen Biene und Wespen, sollten Sie der Sicherheit halber einen etwas entfernteren Platz suchen. Grundsätzlich sind Insekten nicht auf Angriff aus, jedoch sollte bei bekannten Unverträglichkeiten das Risiko eines Bienen- oder Wespenstichs ausgeschlossen werden.
Wirklich wichtig ist eigentlich nur, dass das Hotel in einer ausreichenden Höhe, mindestens 50 cm über dem Boden, platziert bzw. aufgehängt wird. Der große Abstand vom Boden hat mehrere Gründe: Kleinkinder, aber auch Hunde und Katzen sollten das Insektenhotel nicht berühren oder nach den Insekten schnappen können. So sind die Insekten geschützt, aber auch kleine Kinder und Haustiere laufen so nicht Gefahr von den provozierten Biene und Wespen gestochen zu werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Hotel so frei von Schlingpflanzen als auch Bodennässe bleibt.

3. Für nahegelegene Nahrungsquellen sorgen

„Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés sind fußläufig zu erreichen“ – nicht nur wir legen bei der Hotelwahl hierauf Wert. Denn nahegelegen Futter- und Wasserquellen sind auch wichtig, wenn möglichst viele Insekten in Ihr Hotel locken wollen.

Gerade die Schädlingsbekämpfer unter den Insekten lassen sich gerade besonders gern in der Nähe eines reichen Buffets nieder. Das Hotel sollte also nicht allzu weit entfernt von befallenen Sträuchern und Pflanzen sein. Ohrwürmer, Marienkäfer und Florfliege werden es Ihnen danken!
Von Vorteil wäre es auch, wenn rund um das Insektenhotel viele blütenreiche Pflanzen stehen würden, damit sich dort schnell Insekten ansiedeln. Wildbienen und Schmetterlinge können so genügend Nektar und Pollen finden.

Ein idealer Standort für das Insektenhotel wäre somit beispielweise ein Obstgarten. Die Blüten könnten hier bestäubt und Schädlinge im Zaum gehalten werden. Ideal ist es für einige Arten außerdem, wenn entweder in einem der Gefache, also eines der Hotelzimmer oder auch in der Nähe am Boden genügend Lehm, Sand und Wasser angeboten wird.

4. Schutz vor Fressfeinden

Vor Hunden, Katzen und auch Nagern sind die Hotelzimmer ja bereits durch das erhöhte Anbringen des Hotels geschützt. Aber was ist mit dem Fressfeind Nummer 1, dem Vogel? Eine Möglichkeit wäre es, das Insektenhotel dort aufzustellen, wo oft Menschen vorbeikommen. Das hält Vögel oft ganz natürlich ab, sich dem Hotel zu nähern. Aufkleber mit Raubvögeln am Insektenhotel anzubringen, wäre hier eine Alternative.


Eine weitere Möglichkeit wären Vogelschutznetze oder Drahtgeflechte vor dem Gefachen zu montieren, die grobmaschig genug sind, dass die Insekten problemlos hindurchkommen, aber so platziert sind, dass die Vögeln keinerlei Möglichkeit haben, mit dem Schnabel Insekten herauszuziehen. Gute Erfahrungen hat man zum Beispiel mit blauen Kunststoffnetzen mit einer Maschenweite von 2x3 cm gemacht, die im Abstand von 20 cm vor den Insektenhotels gespannt wurden. Durch diese Maschen kommen die Insekten noch problemlos durch, Vögel jedoch haben keine Chance an die Gefache zu kommen. Diese blauen Netze werden nämlich besonders gut von den Vögeln wahrgenommen und gemieden.

5. Kein Standortwechsel im Winter!

Auch wenn der Schutz vor Nässe und Feuchtigkeit wichtig ist: Im Winter sollte das Insektenhotel an seinem einmal gewählten Standort stehen bleiben und nicht in die wärmere Garage, das Gartenhaus oder Ähnliches gebracht werden. Das gilt auch für den wirklich strengen Winter. Denn durch die plötzliche Temperaturerhöhung würde die Insekten total aus dem Biorhythmus gebracht werden. Sie täuschen ihnen nämlich durch den Temperaturschwung vor, dass Frühling wäre. Das führt dazu, dass die Larven viel zu früh schlüpfen oder die anderen Insekten zu früh aus der Winterstarre erwachen. Diese begeben sich dann allesamt erfolglos auf Futtersuche und würden letztlich verhungern.




Wenn Sie diese fünf Aspekte beachten, sollte einem gut besuchten Insektenhotel nichts mehr im Wege stehen.

Haben Sie schon ein Insektenhotel im Garten stehen? Wir sind gespannt, wo Sie das Hotel platziert haben und welche Insekten bereits darin leben. Berichten Sie uns doch darüber in den Kommentaren!

Zum ersten Teil unserer Insektenhotel-Serie: Das Insektenhotel und seine Bewohner


Weitere "grüne" Themen


Kommentare