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Materialkunde
Wie Sie den Naturstein lange schön halten

Granit reinigen

Eva Haltmayr
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28.08.2019
|
6 Min Lesezeit
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Eva Haltmayr
28.08.2019
|
6 Min Lesezeit

Da ein Gartentisch aus Granit mit hohen Anschaffungskosten verbunden ist, stellt sich die Frage der richtigen Reinigung und Pflege. Wie Ihr Granit, in welcher Form auch immer, lange noch seine Schönheit behält, erklären wir Ihnen hier. Es ist gar nicht so kompliziert, wie Sie denken.

Granit reinigen

Marmor, Granit und Co. sind Natursteine, die nicht nur zweckmäßig sind, sondern auch ihr Einsatzgebiet veredeln und zieren. Besonders Granitsteine gehören zu jenen, die sehr widerstandsfähig und robust sind und deshalb oft für Böden, Outdoormöbel oder generell für den Outdoorbereich genutzt werden. Aber wie bleibt das Gestein so schön wie am ersten Tag? Wie lassen sich unschöne Verfärbungen reinigen und dunkle Flecken entfernen? In diesem Magazinartikel stellen wir Ihnen alles rund um die richtige Reinigung und Pflege des Natursteins vor. Es ist gar nicht so kompliziert, wie man vielleicht denkt.

Was ist Granit?

Granit ist ein sehr bekanntes und beliebtes Tiefengestein mit unterschiedlichen Farben und Strukturen. Er findet in vielen Gärten und öffentlichen Plätzen seine Verwendung. Von eher unauffälligen Tönen, wie Grau und Blau, bis hin zu Rot oder Gelb weisen Granitplatten eine große Bandbreite an Farbnuancen auf. Ausschlaggebend dafür sind die Art der Erstarrung, der Mineralgehalt sowie Umwelteinflüsse, denen das Gestein ausgesetzt war.

Granit Granit

Den Namen Tiefengestein verdankt Granit der Erstarrung von flüssigem Magma innerhalb der Erdkruste. Granite bestehen hauptsächlich aus Quarz, Feldspäten und Glimmer. Es gibt im normalen Sprachgebrauch eine Vielzahl von Gesteinen, die "Granit" genannt werden. Jedoch weisen diese einen anderen Mineralbestand und einen anderen Entstehungsprozess auf. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Diorite, Gneise oder sogar Kalksteine.

Warum verwendet man Granit?

Der Naturstein wird auf ganz unterschiedliche Weise eingesetzt. Als Belag für den Boden ist er ebenso beliebt wie bei der Verwendung von Arbeits- und Tischplatten. Das bedeutet also vordergründig einen Einsatz bei hoher Beanspruchung. Feuerfest sind Granitplatten nicht, denn sie zerspringen bei sehr starkem und plötzlichem Temperaturwechsel, z. B. bei einseitiger Erhitzung.

Guter Granit zeigt folgende Eigenschaften:

  • wetter- und wasserbeständig
  • Resistent gegen Schmutzpartikel (Staub und Abgase) in der Luft
  • hohe Druckfestigkeit
  • gute Schleif- und Polierbarkeit

Wo verwendet man Granit?

Im Außenbereich findet das Gestein seine Anwendung als Granit Terrassenplatten sowie für Treppen, Tische, Brunnen, Denkmäler und Grabdenkmäler. Für Brückenpfeiler, Bord- und Randsteine, Wasser- und Uferbauten eignet er sich vor allem aufgrund seiner hohen Belastbarkeit. Granit ist deshalb ein beliebter Naturwerkstein für den Außenbereich.

Granit mit Schneke Granit mit Schneke

Bodenbeläge, Tische, Treppen aber auch Wandverkleidungen, Fensterbänke und Küchenarbeitsplatten sind beliebte Einsatzbereiche im Innenbereich. Granit wird hier gerne aufgrund seines Reichtums an Farbe und Struktur verwendet.

Granit vereint Beständigkeit und Schönheit und wird deshalb von vielen Gärtnern und Inneneinrichtern besonders geschätzt.

Wie reinigt man Granit?

Durch die Vielzahl an Einwirkungen im täglichen Gebrauch ist es notwendig Granitfliesen, Tischplatten und andere Elemente aus Granit regelmäßig zu reinigen und zu pflegen. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt die Eigenschaften des Hartgesteins und legen dies bei der Wahl der Reinigungsmittel zugrunde.

Granitflächen sind offenporig. Das bedeutet, dass Schmutzpartikel wie auch Flüssigkeiten leichter eindringen können. Granitböden und -tische benötigen daher einen gewissen Schutz und ausreichend Pflege.

Die Reinigung und Pflege von rauem Stein unterscheidet sich geringfügig von der einer polierten Granitoberfläche. Glatte Oberflächen sollten Sie besser wischen. Da Flecken und Staub dort sichtbarer sind, müssen Sie diesen häufiger reinigen. Auch sollten Sie es vermeiden, mit Straßenschuhen über einen polierten Boden zu laufen. Kleine Kieselsteine im Schuhprofil wirken dabei wie ein Schmirgelpapier und können auf Dauer unschöne Kratzer hinterlassen. Raue Oberflächen dagegen sind aufnahmefähiger für Ablagerungen aller Art.

Die Reinigung mit klarem Wasser ist sicher die schonendste Methode. Man kann sowohl kaltes als auch warmes Wasser verwenden. Kaltes löst und entfernt im Gegensatz zu warmen keine organischen Verschmutzungen. Generell und für die tägliche Reinigung reicht ein feuchtes Tuch oder eine weiche Bürste. Alternativ können Sie für die zu reinigende Fläche auch pH-neutrale bzw. alkalische Reiniger benutzen.

 

Vermeiden Sie bei polierten Oberflächen die Verwendung eines Hochdruckreinigers. Dieser zerstört die glatte Oberflächenstruktur. Unbedingt zu vermeiden ist es eine Granitfläche mit Säuren oder säurehaltigen Mitteln, wie Essig, zu reinigen. Dieser greift den Naturstein an und löst den darin enthaltenen Kalk auf. Ebenso schadet reines Seifenwasser Natursteinböden auf Dauer, da sie diese austrocknen und die Oberfläche spröde werden lassen. 

 

Granitflächen sind eher anspruchslos und einfach zu reinigen und zu pflegen. Spezielle Reiniger werden oftmals nur bei hartnäckigen Rückständen und starken Verschmutzungen benötigt. Verschütteter Fruchtsaft, der nicht aufgewischt wird, kann beispielsweise zu einer dauerhaften Granit Verfärbung führen. Hier kann man zu einer speziellen Steinseife greifen oder den Naturstein vorab mit einem Fleckenstop imprägnieren. Befolgen Sie bei der Reinigung daher immer der Herstellerempfehlung. Im Zweifelsfall testen Sie die Mittel an einer unauffälligen Stelle. 

Sofern sich durch Moos, Algen oder Pflanzenreste eine Kruste gebildet hat, lassen sich diese durch eine Wurzelbürste gut entfernen und reinigen. Vorkommen kann dies vor allem bei einem Brunnen aus Granitgestein, da dieser ständig mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.

Was kann ich machen, damit der Granit seine Schönheit behält?

Im Folgenden stellen wir Ihnen drei Möglichkeiten vor, wie Sie den Naturstein pflegen und schützen können:

Konservierung

Zu den Konservierungsmitteln zählen Steinöle, Fette, Wachse, Schmierseife, Wichse (= Wachse + Terpentin), Paraffine. Sie füllen den Porenraum beim Auftragen und haben somit eine wasserabweisende Wirkung.

  • sie weisen Feuchtigkeit und Schmutz mittelfristig gut ab
  • durch die Konservierung können keine Flecken durch Fett entstehen
  • fein geschliffenen verstärkt sich der Glanz
  • hat eine farbvertiefende Wirkung

Imprägnierung

Imprägnierungsmittel sind Silikone, Silane, Acryle, Metallpolymerisate. Nach dem Verlegen eines Steinbodens kann dieser imprägniert werden. Mit dem Imprägnieren muss unbedingt gewartet werden, bis die Granitfläche vollständig ausgetrocknet ist. Im Granitstein sind Eisenpartikel eingeschlossen. Wäre die Fläche noch nicht ausgetrocknet, aber bereits imprägniert, kann das noch im Gestein gespeicherte Wasser nicht verdunsten. Infolgedessen bilden sich in dem Stein unansehnliche Rostflecken. Um die Imprägnierung nicht zu verletzen sollte auf tensidhaltige Reinigungsmittel, wie sie beispielsweise bei der Badreinigung verwendet werden, verzichtet werden.

  • Imprägnierungen bilden nur einen sehr feinen Überzug und der Porenraum wird nicht ausgefüllt, sodass Sie den Stein regelmäßig imprägnieren müssen
  • in hochglanzpolierte Natursteinoberflächen kann die Imprägnierung  nicht tief genug eindringen und dadurch kann es zu einer Schlierenbildung kommen.
  • hat keine farbvertiefende Wirkung
  • gute Schutzwirkung

Versiegelung und Beschichtung

Zu den Mitteln für die Versiegelung und Beschichtung zählen dickflüssige Kunstharze und Kunstlacke. Sie bilden eine geschlossene Schicht, indem die Poren gefüllt werden. Entweder wird das Mittel als Überzug auf dem Stein oder als "Poren-Verschluss" in den obersten Zehntelmillimetern aufgetragen.

  • kaum Dampfdiffusion, Wasser- und Salzaustritt unmöglich
  • das Mittel kann in den Stein oft nicht genügend tief eindringen, weil es dickflüssig ist. Insbesondere kritisch ist dies auf einer
    polierten Steinoberfläche, da es zu einer Schlierenbildung kommen kann.
  • die Wirkung hängt sehr stark von der Saugkraft des Steins ab.
  • zumeist sehr schwierig oder gar nicht zu entfernen
  • meist leichte Farbvertiefung
  • gute bis sehr gute Schutzwirkung
  • Anwendung: im Innenraum

Mit der richtigen Behandlung und einer sachgemäßen Reinigung können Sie über Jahre und Jahrzehnte das attraktive Aussehen von Tisch- oder Arbeitsplatten sowie von Granitböden erhalten und teilweise sogar weiter intensivieren. Der vergleichsweise höhere Anschaffungspreis von Gartentischen und Co. mit diesem robusten Naturstein zahlt sich somit auf jeden Fall aus.

 

Besitzen auch Sie Granitelemente im Haus oder Garten? Welche Erfahrungen haben Sie beim Reinigen und entfernen von hartnäckigen Flecken gesammelt? Oder sind Sie ein Fan anderer Natursteine wie beispielsweise Marmor? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!


Eva Haltmayr
verfasst von Eva Haltmayr

Kommentare (5)

Klaus Langbein
| 12.07.2021
Hallo, das ist ja ein ganz schöner Artikel. Leider wird immer nur beschrieben was vorbeugend getan werden kann. Wir haben im Eingangsbereich und um einen großen Außengrill einen rauhen schwarzen Granit. Leider ist er inzwischen eher grau als schwarz. Wir haben schon ziemlich viel probiert. Leider aber ohne größeren Erfolg. Haben Sie Ideen? Wir würden uns sehr freuen.
Garten-und-Freizeit-Team
| 26.07.2021
Hallo Herr Langbein, vielen Dank für Ihre Frage. Wir würden Ihnen raten, den Tisch mit einem bestimmten Stein-Reiniger zu behandeln. Hierfür würden wir Ihnen folgenden Reiniger empfehlen: /siena-garden-spraystone-stein-reiniger.html Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen. Viele Grüße, Ihr Garten-und-Freizeit-Team
Eva-Maria
| 23.12.2020
Wir habe eine neue Küche die Arbeitsplatte ist aus einem grauen Granit und der Fußboden aus einem Schwarzen (Star galaxy). die Küche schaut super tool aus, aber es ist ein ALBTRAUM!! Die Areitsplatte in der Nähe von de Induktionsplatte sieht wirklich nicht schön aus, hat viele Fettflecken. Die ich mit viel Gedult, Mühe und sehr viel Geld langsam sauber versuche zu bekommen. Ob das 100 % raus geht ist fraglich. Der Fußboden nach dem Wischen nur mit Wasser ist nur verschmirt. absolut schrecklich. Man muss wirklich auf den Knien. Jede Fliese nach dem abwischen mit einem Glasreinigungstuch trocken reiben. Viel Spaß!!. Wenn ich bedenke wie viel Geld ich bis jetzt in einem Jahr für die Granitpflege ausgegeben habe (ca. 300 Euro) so bin ich sicher, dass da etwas nicht in Ordnung ist und ich nie wieder Granit kaufen werde. Ist für mich unpraktisch und zu teuer in Pflege.
Garten-und-Freizeit-Team
| 28.01.2021
Hallo Eva-Maria, vielen Dank für Ihren Kommentar. Granit kann leider auch anfällig für Flecken und andere Verschmutzungen sein, wenn dieser nicht imprägniert oder versiegelt wurde. Es handelt sich wie im Artikel beschrieben um einen offenporigen Stein, der Flüssigkeiten aufnehmen kann und so unschöne Verfärbungen entstehen können. Ich kann Ihnen in Ihrem Fall zu einem speziellen Reinigungsmittel raten, mit dem Sie die hartnäckigen Flecken wieder entfernen können. Hier finden Sie unsere Stein-Pflegemittel: /gartenbedarf/pflegemittel-gartenmoebel/steinpflegemittel Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen. Viele Grüße, Ihr Garten-und-Freizeit-Team
Marie Hermanns
| 22.05.2020
Sehr interessanter Artikel. Ich habe Granit-Fensterbänke und ich liebe sie! Ich habe den Granit von Zellmer-Natursteine und überlege derzeit, mein Badezimmer auch mit Naturstein ausstatten zu lassen. Bei der Reinigung muss man natürlich vorsichtig sein, damit man dem Granit nicht schadet, aber der Naturstein sieht als Fensterbank wirklich toll aus. Trotzdem bin ich über Pflegetipps immer dankbar.
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